Aktuell

Stadtwerke Bramsche planen Stromnetz der Zukunft


Im Rahmen der Vorstellung der kommunalen Wärmeplanung im zuständigen Ausschuss gab es zahlreiche Fragen dazu, welche Auswirkungen Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Elektromobilität künftig auf das Stromnetz haben werden. Die Stadtwerke Bramsche arbeiten bereits heute daran, die Stromnetze gezielt auf diese Entwicklungen vorzubereiten und haben hierzu bereits Ende vergangenen Jahres ein Projekt zur Erstellung einer Zielnetzplanung gestartet.

Die Energiewende verändert die Anforderungen an die Stromnetze grundlegend. Immer mehr Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge führen dazu, dass deutlich mehr Strom dezentral erzeugt und gleichzeitig stärker im Niederspannungsnetz verbraucht wird. Die Stadtwerke Bramsche arbeiten deshalb aktuell an einer umfassenden Zielnetzplanung für das Stromnetz.

„Wenn künftig deutlich mehr Wärmepumpen, PV-Anlagen und Elektroautos gleichzeitig genutzt werden, muss das Stromnetz darauf vorbereitet sein. Genau dafür erstellen wir aktuell unsere Zielnetzplanung“, erklärt Daniel Nordmann, Prokurist und Technischer Leiter der Stadtwerke Bramsche.

Die Zielnetzplanung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden und bildet die Grundlage dafür, wie das Stromnetz in Bramsche in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird. Ziel ist es, die Infrastruktur frühzeitig auf die Anforderungen der Energiewende vorzubereiten und die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.

Startpunkt der Zielnetzplanung Strom war der operative Abschluss der kommunalen Wärmeplanung. Denn wenn bekannt ist, in welchen Bereichen künftig Wärmenetze entstehen könnten und wo überwiegend dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen zum Einsatz kommen werden, kann auch die Entwicklung der Stromnetze deutlich besser geplant werden.

Die Energiewende findet zunehmend direkt vor Ort statt – in Wohngebieten, auf Hausdächern und im Straßenverkehr. Deshalb müssen die Stromnetze Schritt für Schritt an diese neuen Anforderungen angepasst werden.

Grundlage der Planungen sind dabei nicht nur bundesweite Szenarien und gesetzliche Entwicklungen, sondern insbesondere auch die lokalen Besonderheiten in Bramsche. So fließen unter anderem die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung der Stadtwerke Bramsche, die Ausbauplanung zur Elektromobilität der Stadt Bramsche sowie das Solarkataster des Landkreises Osnabrück in die Zielnetzplanung mit ein.

Parallel zum Netzausbau treiben die Stadtwerke Bramsche auch die Digitalisierung der Stromnetze weiter voran. Hierfür wird derzeit eine Intelligent Grid Plattform (IGP) aufgebaut. Ziel ist es, Netzprozesse künftig deutlich digitaler, schneller und transparenter zu gestalten.

Bereits heute fließen erste Live-Daten aus Ortsnetzstationen in die Systeme ein. Dadurch können Belastungen und Entwicklungen in einzelnen Verteilnetzen besser erkannt und bewertet werden.

„Wir sehen bereits heute, dass die Belastungen in einzelnen Wohngebieten zunehmen. Durch zusätzliche Messpunkte und Live-Daten aus Ortsnetzstationen können wir Entwicklungen im Netz künftig deutlich besser erkennen und bewerten“, erklärt Matthias Raming, Leiter Betrieb Strom der Stadtwerke Bramsche.

Dieser Weg soll in den kommenden Jahren konsequent weiterverfolgt werden. In weiteren Ausbaustufen sollen zusätzlich Verbrauchs- und Erzeugungsdaten aus intelligenten Messsystemen (iMSys) integriert werden. Dadurch entsteht Schritt für Schritt ein digital unterstütztes Stromnetz, das auf die Anforderungen der Energiewende vorbereitet ist.

„Die Wärmewende und die Energiewende können nur gelingen, wenn wir die Stromnetze frühzeitig mitdenken. Deshalb planen wir heute bereits die Infrastruktur für die Anforderungen von morgen“, erklärt Daniel Nordmann.

Mit der Zielnetzplanung und dem Ausbau digitaler Systeme schaffen die Stadtwerke Bramsche die Grundlage dafür, dass auch künftig Wärmepumpen, PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur zuverlässig angeschlossen und betrieben werden können.